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Thema: Ethik in der Wissenschaft – Schöpfungsgeschichten gegenüber Kosmologie/Evolutionstheorie

 

Die Schöpfungsgeschichten stellen überlieferte Mythen dar. Mythen sind keine Tatsachenberichte, sondern lehren religiöse und moralische Werte. Sie beschreiben, wie sich Menschen in früheren Zeiten die Entstehung der Welt vorstellten und werden von den heiligen Schriften der Religionen genutzt, um die Entstehung des Universums und des Lebens zu erklären.

Die naturwissenschaftliche Kosmologie-Lehre und die Evolutionstheorie stellen dagegen die wissenschaftliche Sicht zur Entstehung des Universums und des Lebens dar. Durch die unterschiedlichen Denkansätze von Religion und Wissenschaft stehen insbesondere Kosmologie und Evolutionstheorie je nach Betrachtungsweise und Interpretation der Schöpfungsgeschichten in einem möglichen Spannungsverhältnis zur Religion.

 

Juden und Christen haben keine unterschiedlichen Schöpfungsgeschichten, sondern eine gemeinsame Schöpfungsgeschichte, die im alten Testament zu finden ist. In den ersten drei Kapiteln des Buches Genesis wird nicht nur eine einzelne Schöpfungsgeschichte erzählt, sondern es finden sich zwei verschiedene Geschichten zur Schöpfung.

Die erste Geschichte (Genesis 1,1-2,4) beschreibt die schrittweise Erschaffung der Welt durch Gott in sechs Tagen. Dabei erschafft Gott zunächst das Weltall den Himmel und die Erde (erster bis vierter Tag), anschließend Vögel und Meerestiere (fünfter Tag) und zum Schluss Landtiere und Menschen (sechster Tag). Den siebten Tag nutzt Gott schließlich um sich auszuruhen, nachdem er sein Werk für gut befunden hat. Die zweite Geschichte stellt die Schöpfung des ersten Mannes (Adam) und der ersten Frau (Eva) in den Mittelpunkt.

Viele Juden und Christen erkennen die naturwissenschaftlichen Theorien zur Entstehung von Universum und Leben auf der Erde an und versuchen nicht naturwissenschaftliche Vorgänge anhand der Bibel zu erklären. Naturwissenschaftliche Erklärung und biblische Schöpfungsgeschichte stellen für sie zwei Dimensionen menschlicher Erfahrung dar.

Daneben gibt es aber auch Strömungen in den Religionen, die die Schöpfungsgeschichten wörtlich verstehen und die Kosmologie und Evolutionstheorie ablehnen. Diese sind Anhänger der Lehre des Kreationismus bzw. des Intelligent Design. Durch Verbreitung pseuodwissenschaftlicher Texte und Einflussnahme auf öffentliche Meinung und Politik versuchen diese Gruppierungen die naturwissenschaftlichen Lehren zu widerlegen bzw. zu bekämpfen. Die Lehre des Kreationsismus bzw. des Intelligent Design liefern jedoch keine testbaren wissenschaftlichen Hypothesen und erfüllen somit nicht die Anforderungen einer wissenschaftlichen Theorie.

Im Koran wird Allah als Schöpfer von allem, was existiert beschrieben, auf dessen Befehl hin jedes Lebewesen geschaffen wird. Da er alle Menschen aus dem Grab zum Ort des Gerichts bringt, geht seine Schöpfungsarbeit geht auch nach dem Tod weiter. Der Ablauf der Schöpfung wird vom Koran folgendermaßen beschrieben: Zu Beginn schuf Allah die Sonne, den Mond, die Sterne und Planeten und trennte die Nacht vom Tag. Anschließend schickte er Wasser auf die Erde, wodurch Pflanzen zu wachsen begonnen und schuf Vögel, Fische und Tiere. Aus Lehm schließlich erfolgte die Erschaffung des ersten Menschen (Adam).

Man kann bei der Schöpfungsgeschichte der Muslime viele Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zur der gemeinsamen biblischen Schöpfungsgeschichte der Juden und Christen erkennen.

Im Islam gibt es ebenfalls wie im Christentum fundamentalistische Strömungen, die die naturwissenschaftliche Kosmologie und die Evolutionstheorie ablehnen. So versucht beispielsweise der türkische Autor Adnan Oktar in seinem Buch „Atlas der Schöpfung“ die Evolutionstheorie zu widerlegen.

Quellen

Internet:

[1]

www.welt.de/wissenschaft/article1428222/ Kreationismus_ueberzeugt_immer_mehr_Menschen.html

[2]

www.welt.de/wissenschaft/article960209/ Mit_dem_Koran_gegen_die_Evolutionstheorie.html

Literatur:

Keene, Michael (2005): Was Weltreligionen zu Alltagsthemen sagen. Verlag an der Ruhr.

Hattstein, Markus (1997): Weltreligionen. Könemann Verlagsgesellschaft mbH

 

Christian Staab CTA 11 2007/2008




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