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Tod und Begräbnis

Klasse: ITA 11

Thema: Leben und Tod

Unterthema: Tod und Begräbnis

Der Tod im Islam

 

Muslime sehen das Leben als eine zeitlich beschränkte Frist an, deren Länge von Allah bestimmt wird um am Ende wieder zu ihm heimzukehren. Der Tod wird auch „Abberufung“ genannt und ist nicht der Untergang ins Nichts, sondern für die Muslime ein Weiterleben nach dem Willen Gottes.

 

Die Trennung von Körper und Seele wird durch den Todesengel Izrail, der von Allah gesendet wird, durchgeführt. Er spricht: „Abberufen wird euch der Engel des Todes, der mit euch betraut ist. Dann werdet ihr zum Herrn zurückgebracht“ (Sure 32,11).

Der Engel führt die Seele vor ein Gericht, wo bestimmt wird, ob ihm seine Sünden vergeben werden, oder ob er verdammt wird. Dieses hängt davon ab, ob der Tote sein Leben nach Allahs Willen gelebt hat oder nicht. Nach diesem Gericht wird die Seele zu ihrem Körper zurückgeführt und dem Toten werden 4 Fragen von dem Todesengel Izrail gestellt.

 

  1. Wer ist dein Gott?
  2. Wer ist sein Prophet?
  3. Was ist deine Religion?
  4. Wohin zeigt deine Gebetsrichtung?

 

Werden die Fragen im islamischen Sinn richtig beantwortet, so sorgen zwei Engel dafür, dass die Zeit im Grab erleichtert wird. Zum Beispiel mit mehr Platz im Sarg oder weniger Gewicht durch die Erde, die auf dem Sarg lastet. Außerdem zeigen sie ihm eine „Vorschau“ auf sein Leben im Paradies.

Werden die Fragen aber „falsch“ beantwortet, so sorgen zwei andere Engel dafür, dass der Tote in seinem Sarg gepeinigt wird.

 

Nach diesem Verhör von Izrail muss der Tote eine Zeit warten, bis zum jüngsten Gericht. Dort steht Allah als Richter über allen Menschen. Mit einer Waage wird festgestellt, ob der Tote in seinem Leben gut oder schlecht war. Als Zeugen kommen Jesus und Mohammed dazu. Jesus als Ankläger gegen Juden und Christen und Mohammed als Ankläger und Verteidiger.

Nach dem Urteilsspruch von Allah werden diejenigen, die das Gericht bestanden haben von Engeln über eine Brücke, die schmaler ist als ein Haar und schärfer als ein Schwert, abgeführt.

Die, die es nicht bestanden haben, stürzen in ein Feuer hinunter.

 

Das Begräbnis

 

Sobald ein Mensch spürt, dass er nicht mehr lange leben wird, darf er nicht mehr allein gelassen werden. Die Versammelten legen den Sterbenden mit dem Gesicht nach Mekka und sagen ihm zum Trost das Koranwort: „Wir gehören Allah, und zu ihm kehren wir zurück“ (Sure 2,156).

Dann sprechen sie das Glaubensbekenntnis. Die letzten Worte des Sterbenden sollten im Idealfall das islamische Bekenntnis sein: „ Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah.“

Sofort nachdem der Tod festgestellt wird, wird der Leichnam rituell gewaschen, und danach noch einmal mit Seife. Es dürfen keine Stellen trocken bleiben. Die Toten werden nur von gleichgeschlechtlichen Personen gewaschen.

Dann wird der Tote in weiße Tücher aus Leinen gewickelt, bis der ganze Körper nicht mehr zu sehen ist. Die Beerdigung sollte wegen des Klimas so schnell wie möglich, am besten noch am selben Tag, stattfinden, dieses ist jedoch nicht im Koran festgelegt.

Verbrennung ist auch, wie beim Judentum, nicht gestattet, da sie als Hinderung der Auferstehung gilt.

 

Der Leichnam wird von Männern auf einer Bahre zum Friedhof gebracht und gilt als großes Ehrenamt. Auf dem Friedhof dürfen nur Männer anwesend sein.

Bevor der Tote in sein Grab gelegt wird, sprechen die Männer die Totengebete.

Sie bestehen aus:

-          dem Glaubensbekenntnis

-          der Eröffnungssure des Koran

-          Bitt – und Fürbittgebete

-          und dem Friedensgruß

Das Bestattungsgebet wird vom Imam (Vorbeter der Moschee) geleitet, der am Kopfende des Grabes steht und hinter dem sich die Gläubigen in 3 Reihen versammeln.

Außer dem genannten Gebet gibt es keine rituellen Handlungen.

 

Der Tote wird im Grab auf seine rechte Seite gelegt, sodass sein Gesicht nach Mekka schaut. Außerdem wird sein linkes Ohr aufgedeckt, damit er die Todesengel bei seiner Erweckung am jüngsten Tag hören kann.

Danach versammeln sich die Angehörigen bei einem Mahl, während der Imam alleine bei dem Toten bleibt und ihm ein Bekenntnis sagt, dass er den Todesengeln sagen soll, wenn sie ihn wecken.

 

Die Trauerzeit der Muslime beträgt 3 Tage. Die engsten Angehörigen tragen 40 Tage nach dem Tod schwarze Kleidung. Das Feiern von Festen wird, wie auch im Judentum, vermieden.

Die Trauerzeit wird durch ein Familienessen, dem Besuch des Grabes und dem Verteilen von Almosen beendet.

 

Das Grab der Muslime ist schlicht. Normal ist nur ein Grabstein. Sie bepflanzen keine Gräber, sondern überlassen es nach der Beerdigung sich selbst.

 

(Nathalie Schmidt, ITA11, 2007/2008)

 

 

[1] www.dioezese-linz.at/pastoralamt/theoleb/Tod%20im%20Judentum.PDF [Stand 06.02.08]

[2] www.dioezese-linz.at/pastoralamt/theoleb/Tod%20im%20Christentum.PDF [Stand 07.02.08]

[3] www.dioezese-linz.at/pastoralamt/theoleb/Tod%20im%20Islam.PDF [Stand 01.02.08]

Der Tod im Christentum

Jesus von Nazareth hatte weder eine Definition noch eine besondere Lehre über den Tod, oder den Umgang mit dem Tod mitgeteilt. Das neue Testament bietet auch keine Antworten auf unbeantwortete Fragen diesbezüglich. Das einzige was die Christen hatten, war die Oster-Erfahrung. Das Wiederauferstehen von Jesus. Durch diese Erfahrung haben die Christen ihre Sicht, ihren Glauben und ihre Einstellung über den Tod sowie dem Leben nach dem Tod.

 

Erst ab 200 n. Chr. wird der Tod als Trennung von Körper und Seele beschrieben. Der Tod ist kein Weg ins Nichts, sondern der Tote wird durch seine unsterbliche Seele vor Gott stehen, wie im Judentum und im Islam auch.

Diese Lehre hat das Christentum aus der Griechischen Philosophie übernommen und etwas verändert. Denn im Christentum wird die Unsterblichkeit der Seele erst von Gott anerkannt, sie ist nicht wie in der Griechischen Philosophie schon sichergestellt. So vermieden die Christen, dass es Menschen egal war, wie sie ihr Leben lebten, da sie sich die Unsterblichkeit ihrer Seele erst verdienen mussten.

 

 

Das Begräbnis

 

Das Begräbnisritual wurde zunächst von der nichtchristlich jüdisch-heidnischen Umwelt aufgenommen, wobei alles was der Auferstehung widersprach, gestrichen wurde.

So wurde die Leichenverbrennung auch im Christentum verboten.

Am Grab wurden Psalme gesungen, Lesungen gehalten und Gebete gesprochen. Das Totenmahl wurde durch die Eucharistiefeier am Grab ersetzt. Zum Gedenken an die Toten nahm man den 3., 7. und 40. Tag, sowie den jährlichen Todestag.

Seit dem 11. Jhdt. ist der 2. November  als Gedenktag aller Toten (Allerseelen) vorgeschrieben.

Seit 1962 geht der Glaube und das Begräbnisritual mehr in die österliche Richtung.

(Im Mittelalter verstand man den Tod nicht als Heimkehr zu Gott sondern eher als Erscheinung vor seinem Gericht. So wurden die Begräbnisgottesdienste eher von der Angst vor dem Gericht und Fürbitten für den Verstorbenen beherrscht. Außerdem wurde an Sonntagen keine Totenfeier gefeiert und man hatte auf diverse Gebete verzichtet.)

Durch die Verwendung von Weihwasser und das Aufstellen einer Osterkerze macht man den Zusammenhang zwischen Taufe, Sterben und Auferstehen mit der Auferstehung Christi deutlich.

Angehörige leihen dem Verstorbenen ihre Stimme, dadurch das sie bei der Totenwache Psalme sprechen oder den Rosenkranz beten, sodass der Verstorbene als Beter erscheint.

 

Das Begräbnis wird erst in der Kirche mit einem Begräbnisgottesdienst begonnen. Hierbei wird der Sarg erst in die Kirche geleitet, was ein Zeichen dafür sein soll, dass die Feier in der Kirche nicht nur für Lebende ist, sondern auch für bereits Verstorbene Mitglieder einer Familie. Diese sollen nicht ausgeschlossen werden und feiern als schon bei Gott lebende mit.

Nach dem Begräbnisgottesdienst folgt der Grabgang. Hier wird der Sarg in eine Grube eingelassen und mit Weihwasser beträufelt, dann Erde darauf geworfen und ein Kreuz aufgestellt.

 

Im Christentum gilt die Bestattung als Liebestat. Sie dient den Verstorbenen Hilfe für den Übergang ins ewige Leben und hilft den Zurückgelassenen bei ihrer Trauer. 

 

(Nathalie Schmidt, ITA11, 2007/2008)

Der Tod im Judentum 

Im alten Israel hatte das Judentum keine bestimmten Vorstellungen vom Tod, da die Juden ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus dem alten Testament entnahmen, dort aber nicht viel über den Tod zu finden ist. Sie glaubten, dass sie durch den Tod von Gott getrennt werden, und dass sie alle in die Scheol (Unterwelt) verbannt werden, wo die Gemeinschaft mit Jahwe (ihrem Gott) vergeht und sie ihren Sinn, nämlich Gott zu loben, nicht erfüllen können.

Deshalb fürchteten sie nicht die „Höllenqualen“ sondern das Ende der Beziehung zu Gott. Der Tod konnte für den Juden auch ein Lebensunglück bedeuten (z.B.: Krankheit oder soziale Not), also nicht nur das Aufhören des Herzschlags oder des Atmens.

Doch dann änderte sich die Ansicht über den Tod, dadurch, dass die Juden die Gerechtigkeit Gottes anzweifelten. Menschen die schlechte Dinge taten und Menschen, die gute Dinge taten wurden gleich behandelt. So veränderte sich die Vorstellung über den Tod von dem Verlust der Gottesbeziehung hin zu einem Leben mit Gott.

Sie glaubten an das „letzte Gericht“, dort wo Gott anhand der Taten des Toten entscheidet, ob er bei Gott leben darf oder verdammt wird.

 

Das erste jüdische Buch über den Umgang mit dem Tod heißt „Der große Traktat über die Trauer“ und wurde zwischen dem 3. und 8. Jahrhundert n. Chr. verfasst.

In ihm steht, dass der Tod dann eintritt, wenn der Mensch aufhört zu atmen, oder sein Herz aufhört zu schlagen. In der heutigen Zeit wird auch das Ende der Hirntätigkeit als Zeichen des Todes anerkannt.

Da der Leichnam als Eigentum Gottes gilt, werden Autopsien nur selten erlaubt und Leichenverbrennungen verboten.

 

In der Gegenwart des Toten darf nichts getan werden, was er auch gerne tun würde. Darunter gehört zum Beispiel essen, trinken, das Lesen der Bibel etc., da sie glauben, dass der Tote alles wahrnimmt, was um ihn herum geschieht.

 

Als Fegefeuer wird das erste Jahr bezeichnet, wo der Körper verwest.

Hierdurch soll der Tote seine Sünden büßen. Nach diesem Jahr kommen nur schlechte Menschen in die Hölle, doch büßen tut jeder vorerst.

 

Das Begräbnis

 

Da Einäscherung nicht erlaubt ist, werden Juden ausschließlich nur begraben. Vor dem Tod sollen mindestens zehn Männer bei dem Sterbenden sein, um ihn auf den Tod vorzubereiten. Dazu gehören unter anderem das Sündenbekenntnis, die Reinigung und das Verteilen von Almosen.

Die Familie und die Freunde singen und beten dabei.

Die letzten Worte des Sterbenden sollten das Bekenntnis des einen Gottes sein: „Höre Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig“ (Dtn 6,4). Dann schließt einer der Angehörigen seine Augen und der Tote wird noch mal gewaschen und eingesalbt. Dabei sprechen sie immer wieder Gebete. Am Ende wird ihm noch eine würdige Bekleidung angezogen, da sie glauben, dass der Tote so aufersteht, wie er begraben wurde.

Mit dem Gesicht nach Osten wird der Verstorbene nun im Grab platziert und es wird das „Gebet der Trauer“ gesprochen (Kaddisch).

 

Beim Verlassen des Friedhofs werden die Hände gewaschen zum Zeichen der Trennung von Tod und Unreinheit, wobei wieder gebetet wird.

 

Nach der Beerdigung fängt die Trauerzeit an, die sieben Tage dauert, und für die besondere Verhaltensregeln gelten. Dann folgt das Jahr der Trauer, wo das feiern von Festen gemieden wird.

 

(Nathalie Schmidt, ITA11, 2007/2008)




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